1998

Treffenzurück




Fünf Autoren gaben ihr Debüt

Lesungen und Neuwahlen bestimmten die Jahrestagung fränkischer Schriftsteller in der Bibliothek Otto Schäfer

   Ein volles Programm hatten an diesem Wochenende fränkische Schriftsteller, die sich zur Jahrestagung ihres Verbandes in Schweinfurt eingefunden hatten. Zum ersten Mal war die Stadt Gastgeber für die Autoren, die sich turnusgemäß alle zwei Jahre in Würzburg und dazwischen in einer anderen fränkischen Stadt versammeln.

   Während die Eröffnungsveranstaltungen gut besucht waren, fand die Debütantenlesung zum Abschluß des Wochenendes im reinen Insiderkreis statt. Unfreiwillig: „Wir sind nicht geschrumpft, wir haben uns nicht reduziert - wir haben uns auf die Lesungen konzentriert", scherzte Vorstand Otto Schmitt-Rosenberger.

   Personelle Änderungen ergaben sich in den Reihen des VFS durch die Neuwahlen der Vorstandschaft: Hans Jürgen Heimrich aus Hainbach übernimmt die Geschäftsführung, Martina Müller-Wagner das Amt als Schriftführerin und Pressereferentin. und ihre Werke in zehnminütigen Lesungen vor. „Es ist nicht einfach, in den Verband zu kommen", blickt Martina Müller-Wagner auf die Auswahlkriterien, nach denen die Vorstandschaft Anwärter beurteilt. Bei den aktuellen Verhandlungen, die in einer nicht öffentlichen Vorstandssitzung im Rathaus abgehalten wurden, hat der VFS von vier eingereichten Bewerbungen drei abgewiesen. Müller-Wagner: „Es muß schon eine

 qualitative Veröffentlichung sein, die ein Autor vorzuweisen hat".

   Die Veröffentlichungen der fünf Debütanten, die im letzten Jahr die Hürden der Auswahl genommen hatten, waren unterschiedlichster Gattung: Besonders beeindruckend war die Lesung von Beate Rosner. die Auszüge ihrer beiden Gedichtbände „Zeilensprünge" und „Worte über Worte" vorstellte. Die sinnigen, kurzgehaltenen Gedankengänge und Wortspiele der aus Forchheim stammenden Autorin über Kommunikation und Lebensweisheiten ernteten besonders viel Applaus.

   Auch ihr Ehemann, Peter Rosner, gab mit einem Gedichtband sein Debüt. Sein 1998 veröffent­lichtes Werk „Der Name meines kleinen Hauses" beinhaltet gesammelte Eindrücke aus 25 Jahren, die Rosner in Gedichte und Texte ver­packt hat. Zum Lachen brachte er die Anwesenden mit einem kurzen Text über eine Urlaubsfahrt nach Spanien.

   Kriminalistisch wurde es beim „Flug nach Turin", einer Lesung von Eugen Hackenberg aus Nürnberg. Er bat bereits im Vorfeld um Verzeihung, falls die ausgewählte Passage „vielleicht etwas zu hart" sei. Anne Hassel aus Miltenberg zeigte in einer Kurzgeschichte ebenfalls eine kaltblütige Frau („Das lukrative Geschäft mit den Ehemännern"), Andrea Lederer aus Roßtal las aus ihrem Kinderbuch „Ein Luftballon im Apfelbaum" und der Veröffentlichung „Wenn zwei sich unterhalten".

   Neben dem Festakt in der Bibliothek Otto Schäfer und einem Empfang im Rathaus durch Bürger­meister Otto Wirtb, fanden Lesungen einzelner VFS-Mitglieder in Schweinfurter Schulen statt. Bei der Eröffnungsveranstaltung lasen Dr, Elmar Hartstock (Ansbach), Pfarrer Hans Roser, Christa Schmidt und Garip Yildirim.     

s m   (Schweinfurter Tagblatt, 12.10.98)