2002

Treffenzurück




 

Montage: Literarisches Wochenende Altdorf

 

Fränkische Autoren lasen

Literarisches Wochenende des Fränkischen AutorenVerbands

ALTDORF ‑ Anlässlich des diesjährigen literarischen Wochenendes des AutorenVerbandes Franken, für das Bürgermeister Pohl die Schirmherrschaft übernommen hatte, fand am Sonntag eine Autorenlesung unter dem Motto „Musik und Literatur“ im Sitzungssaal des Rathauses statt. Die Gastgeberin Ursula Muhr, selbst eine gebürtige Altdorferin, dankte in ihrer Eröffnungsrede für den freundlichen Empfang in Altdorf und für die Unterstützung der Sponsoren.

Die Veranstaltung begann mit einem Vortrag des Komponisten und Pianisten Heinrich Hartl (links). Der bekannte Nürnberger Musiker hat bereits mehrere Preise und Auszeichnungen bekommen. So ist er unter anderem Kulturpreisträger der Stadt Nürnberg, Träger des Kulturförderpreises des Bezirks Mittelfranken und war Sieger eines internationalen Kompositionswettbewerbs der Stadt Prag.

Es folgten Lesungen von den Nürnbergern Werner Saemann und Friedrich Ach sowie von Jürgen Heimrich, der auch in Österreich, der Schweiz und Ungarn vorträgt. Das Motto „Lebenszeiten“ wurde von den einzelnen Künstlern sehr unterschiedlich umgesetzt. Die Inhalte des Vorgetragenen umspannten Betrachtungen von Hotelgästen, Ausführungen zum Thema Auto oder auch Überlegungen zu Maschinen, an denen mancher täglich arbeitet.

Erika Stenglin war eine der wenigen, die Texte in ihrer vertrauten fränkischen Mundart vortrug. Doch handelte es sich dabei keineswegs um Lustiges oder gar Oberflächliches, sondern durchaus um ernste Themen, wie die Diskriminierung oder das Patriarchat.

Darauf folgte eine Lesung von Helga Hochmann. Sie beschrieb unter anderem die Ernteerlebnisse eines Kindes und die Schwierigkeiten bei der Namensgebung einer Tochter. Zum Schluss fügte sie an, sie selbst sei nach einer jungen Kuh benannt worden, womit sie allgemeines Gelächter erntete.

Heinrich Hartl beendete den ersten Teil der Veranstaltung mit einem weiteren, beeindruckenden musikalischen Vortrag.

Nach der Pause, in der den knapp dreißig Anwesenden Erfrischungen angeboten wurden, entführte Anne Hassel (rechts im Bild), die bei der Buchmesse in Ried mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde, die Zuhörer in den Sommer und in die Gefühlswelt einer Frau, die ihrem Ex‑Mann begegnet.

Ulrike Rauh, die auch ihre Gemälde im Schalterraum der Sparkasse ausstellt, las aus „Il Patrone“. Sowohl ihre Bilder als auch der vorgelesene Text behandeln das Thema „Italien“. Die Ausstellung kann noch bis Sonntag, 24. November, zu den üblichen Schalteröffnungszeiten besichtigt werden.

Als letzter im Bunde gab Karl-Heinz Schreiber (Bild unten rechts) Kostproben aus seinen Werken. Er bezeichnet sich selbst als Freistilpoet. Außerdem ist er Herausgeber eines Magazins für „Netzwerkpoesy"  namens „Kult“. Was man beim Zuhören nicht bemerkt, wohl aber beim Betrachten seiner Werke, ist des Schreibers Leidenschaft für den Buchstaben Y.

Zum Abschluss gönnte Heinrich Hartl den Zuhörern noch einmal den Genuss seines einfühlsamen Klavierspiels, was diese sichtlich genossen.

Die kontrastreiche Auswahl der unterschiedlichen Autoren und die wundervolle    musikalische  Begleitung sorgten für einen kurzweiligen Vormittag mit anspruchsvollem Programm.

(Der Bote. 13.11. 2002)

                                                                                                                                                                                                                                                                          

 

AVF Jahrestagung 2002 in Bamberg

Fränkische Autoren in Bamberg 

Die Mitglieder des Autoren Verbandes Franken trafen sich in Bamberg zu ihrer Jahrestagung und wurden dazu von Oberbürgermeister Herbert Lauer im Rokokosaal des Alten Rathauses empfangen (Bild). Dem 1964 als „Verband Fränkischer Schriftsteller“ gegründeten Verein gehören derzeit 74 Lyriker, Prosaisten, Bühnen‑ und Hörspielautoren, Essayisten, Sach‑, Fach‑ und Jugendbuchautoren an. Die Jahrestagungen, die jedes Jahr in einer anderen fränkischen Stadt stattfinden, dienen dem Austausch der Mitglieder ebenso wie der Vorstellung in der Öffentlichkeit durch Lesungen und Vorträge. So standen auch an diesem Wochenende zwei öffentliche Lesungen mit fränkischen Autoren im Stadtarchiv auf dem Programm.     (Fränkischer Tag Bamberg v. 22.10.2002)

 

 

 

Wortmeldungen gegen das Wegsehen

Autorenlesung zur Ausstellung „MachtFrieden"


SCHWEINFURT (KLA)     Gut gefüllt waren die Stuhlreihen im Foyer des Neuen Rathauses, als sich acht Schriftsteller des Autoren-Verbandes Franken (AVF) am Sonntagvormittag zum Themenkreis Gewalt, Krieg und Frieden zu Wort meldeten. Die Ausstellung „Machtfrieden" mit Werken von Künstlern aus der Region, zur Zeit im Rathaus-Foyer zu sehen, wolle man „mit Leben erfüllen", erklärt der Geschäftsführer des AVF, Hans Jürgen Heimrich, der einige Gedanken zu Krieg, Tod und Hass vorlas.

   Es gelang den Autoren mit Wor­ten, was die Ausstellung visuell erreicht: die unterschiedlichen Aspek­te von Gewalt und ihre erschüttern­den Folgen eindrucksvoll vor Augen  zu  führen.  Peter  Rosner, Vorsitzender des Verbandes, definierte die Aufgabe der Autoren in Zeiten von Krieg, Terror und Gewalt als Kampf gegen das „am Ende nichts gesehen haben".

   Dieser Aufgabe wurden die Schriftsteller auf unterschiedliche Weise gerecht. Tönende, symbol­trächtige Sprache bei Gerd Berghofer, Gedanken über die „dunklen Stunden der Erde". Eine düstere Parabel über die Teilung der Welt in Mächtige und Ohnmächtige las Martina Müller-Wagner. Es geht um Menschen, die wie Ungeziefer behandelt werden und um andere, die  von  nichts

gewusst haben wollen. Doris Egert-Bauer versuchte bei ihrer „Friedensmeditation", den Zuhörern ein Gefühl für den Frieden zu vermitteln, ihn „atmen und schwingen zu lassen".

   Von der Heimkehr nach dem Krieg, von Albträumen und einer Vermischung von Traum und Wirk­lichkeit dagegen las Werner Schmid (Verleger der Gruppe); Beate Rosner ergänzte ihren Vortrag musikalisch mit der Gitarre. Christa Schmitt schließlich prangerte vor allem Fremdenhass an, den Mann, der bei der Lichterkette gegen Ausländerfeindlichkeit mitmacht und am nächsten Morgen seinen Kollegen „Kümmeltürke" nennt.

   Fremdenhass spielt auch in der Ausstellung eine große Rolle. Petra Blume, Sprecherin der Künstler, sag­te, es sei auch ein Ziel der Ausstellung (bis 8. März), Sprache und bildender Kunst eine Möglichkeit zum Austausch zu geben.

(Schweinfurter Tagblatt 05/2002)