Saemann

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Werner Saemann

 

 

  - Geboren 1935 in Nürnberg, nach einem bewegten Leben in Sülzfeld bei Bad Rodach (Landkreis Coburg) seßhaft geworden. Er lernte Dekorateur und Graphiker, 1958 trat er in das Studium der Theologie ein. 1967 erfolgte die Auswanderung mit der Familie zum Dienst in der 'Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses' in Brasilien und 1972 - zurückgekehrt - in allen 3 Regionen Frankens. Heute lebt er im Un-Ruhestand.

 

  - Mitglied im AVF - AutorenVerband Franken, in der IGdA - InteressenGemeinschaft deutschsprachiger Autoren, im Kunstverein Coburg sowie im Friedrich-Rückert-Kreis Bad Rodach.

 

 - Bisher zwei Bücher in die Welt gesetzt: 

 

DAS BUNTE LEBEN (2001)

Umspannt 44 Jahre seiner Liebe zu Poesie, Zeichnen, Malen und Musizieren

 

DER ERDE ENTRISSEN (2005)

Erscheint als reiner Lyrikband

 

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Kontakt:

Werner Saemann, Schlettacher Berg 5,  96476 Bad Rodach

Telefon: 09564/80350  -  Email: we.saemann@t-online.de 

 

 

 

Textproben:

 

Linksschreibreform

 

flieht meine Wörter

haltet euch versteckt

die Sezierer kommen

die Beckmesser-Besserwisser

in dudengelben Panzern

mit millionenfachem Gekicher

geänderter Wortbilder

verkopfte Kastraten

im Basston der Macht

 

sie rollen unnötig

durch unsere Klassenzimmer

um auf kleine Kinder

einzuschreien und

hämmern neuerdings

auf Tastaturen:

Groß! Klein!

Zusammen! Auseinander!

Scharf! Süß!

 

was gelogen ist

denn die Wegweiser sind

falsch markiert, außerdem

finden wir uns allein zurecht

um uns auszudeutschen

Italiener haben keinen Duden

und sind auch Menschen

 

Stillstand ist uns befohlen

auch Zugvögel dürfen

nur noch nach den roten

fett gedruckten Paragraphen

fliegen und landen

wo kämen wir denn hin

 

doch plötzlich erklingt:

„Io dio iri - io dio iri

io dio iri - io dio diri“ -

 

was es laut Wörterbuch

überhaupt nicht gibt

 

 

 

Verkratzter Himmel

 

Geschäfte tüchtig

Fernweh süchtig

Kometen gleich

wenn es klar ist

 

peitschen sie die

blaue Schönheit

kreuz und quer und

hinterlassen Striemen

 

weiß bis rot am Abend

mischen sie sich nachts

täuschend unter Sterne

 

zu viel Abgas

Flugbenzin das

stinkt zum Himmel

 

 

 

 

Abertausend Lichterpaare

prächtiges Glaskugelspiel

wälzt sich aus der großen Stadt

in das schwarze Hinterland.

 

Das schluckt und schluckt

und löscht bis sie verglimmen

vor ihren Haustüren

für eine kurze Nacht.

 

 

 

 

Wir machen Kriege selber.

Wir lassen es krachen.

Aber den Frieden sollen -

bitte die andern machen!

 

 

 

 

Über Geschmäcker
läßt sich nicht streiten. 
Nach Senf schmeckt
Käs bitter
nach Torte Wein sauer 
nach Zwiebel Most süß 
nach Streit Liebe himmlisch 
nach Not lacht das Glück. 
Wiederholung ist möglich 
doch kein Zurück.

 

Der Erde entrissen
Gedichte

Helmut Seubert Verlag, Nürnberg
127 Seiten, broschiert
ISBN 3-926849-31-2

 

 

                        

 

 

Sein erstes Buch heißt „Das bunte Leben". Werner Saemann bezeichnet es selbst als "Sammelsurium

aus mehr als vierzig Lebensjahren", was ein bißchen untertrieben ist, weil schon hier die Qualitäten des

Dichters und Künstlers zum Ausdruck kommen. Sein neuestes Werk nennt sich 'Der Erde entrissen'.

Ein Band mit Gedichten von klarer und nachhaltiger Intensität. Ein gelungenes Werk, in dem auch

die Mundart ihren Platz gefunden hat. Werner Saemann erweist sich als sympathischer Meister der

Erkenntnis, die weit über die bloße Feststellung hinausgeht.Wie, nicht zuletzt, beim nachfolgenden

Gedicht, das mit dem treffenden Titel 'Opferfleisch' überschrieben ist:

 

Kein Sonntag ohne Braten
and Thüringer Klöß
das kann uns
nicht schaden
man speist nicht pompös
macht kräftige Waden
ist fast religiös.